Aktionswochen gegen Antisemitismus

vom 9. November bis zum 16. Dezember 2021 in Freiburg

Programm der „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ im Webflyer

Mit Vorträgen, Konzerten, Film und Stadtrundgang bieten die „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ ein vielseitiges Programm, das von einem breiten Bündnis an Freiburger Initiativen, Vereinen und jüdischen Gemeinden organisiert wird.  

Den Auftakt bilden Gedenkveranstaltungen an die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938: Die feministische Antifa ruft am Dienstag, 9. November zu einem dezentralen Gedenken auf und lädt dazu ein, an Stolpersteinen in Freiburg Blumen, Kerzen oder recherchierte Biografien abzulegen. Am selben Tag findet um 17.30 Uhr auf dem Platz der alten Synagoge die zentrale Gedenkveranstaltung mit der Israelitischen Gemeinde, der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher Gemeinde, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit u.a. statt. Am Mittwoch, 10. November erinnert die Egalitäre Chawurah Gescher Gemeinde auf dem Platz der alten Synagoge unter dem Motto „Nie wieder ist JETZT“ an die Kontinuität von antisemitischer und rassistischer Gewalt in Deutschland, die sich zuletzt in den Terroranschlägen von Halle und Hanau gezeigt hat.

In den darauffolgenden Vorträgen wird es unter anderem um Antisemitismus gegen Israel und die Israel-Boykottbewegung gehen sowie um die Frage, warum Jüdinnen und Juden im feministischen und antirassistischen Aktivismus oft unsichtbar bleiben. Dem Umgang mit Antisemitismus im Bildungskontext widmet sich eine Veranstaltung der Beratungsstelle OFEK. Zum Abschluss der Reihe am 16. Dezember hält der deutsch-israelische Autor und Psychologe Ahmad Mansour den Vortrag „Solidarisch sein – Wie wir Antisemitismus erkennen und bekämpfen können“.

Veranstalter*innen und Kooperationspartner*innen:

Israelitische Gemeinde Freiburg, Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher Gemeinde Freiburg, ISF – Initiative Sozialistisches Forum Freiburg, fantifa Freiburg, Deutsch-Israelische Gesellschaft Freiburg, jos fritz buchhandlung, iz3w – informationszentrum 3. welt, Institut für Soziologie, Beratungsstelle OFEK e.V., Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment, KOPFSTAND, Jüdisch & Intersektional, Referat gegen Antisemitismus, Demokratiezentrum Freiburg

Techno gegen Rassismus

Livestream mit der Bretterbude und Radio Dreyeckland
Samstag, 20. März, ab 21.00 Uhr

Techno ist vielfältig. Die Bretterbude liefert den Bass für den Internationalen Tag gegen Rassismus.

Line up:
Giraffensprache (Melodic Techno)
LZMN (Queer Techno)
Frau LingLing (Korean & Dark Techno)
Trancy Chatman (Trance)
The Patman (Techno)
Lutz (Electro/Techno)

Livestream auf Radio Dreyeckland: www.rdl.de

Ihr habt Lust auf gemeinsames Feiern zu den Beats der Bretterbude? Dann kommt auf den virtuellen Platz der Alten Synagoge: https://plan5.github.io/

Foto: Bretterbude

Lernen aus dem NSU-Komplex – Zur Betroffenenperspektive in Bezug auf Rassismus und rechten Terror

Online-Workshop mit BiLaN
Freitag, 19. März, 10.00-13.00 Uhr

Der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ist ein Neonazi-Terrornetzwerk, das sich 2011 selbst enttarnte, nachdem es zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen ermordet hatte, neun davon aus rassistischen Motiven. Zudem führte der NSU mindestens drei Bombenanschläge durch. Es ist kein Zufall, dass die breite Öffentlichkeit meistens nur die Namen der Täterinnen kennt, nicht aber die der Opfer und Betroffenen. Im Workshop beschäftigen sich die Teilnehmerinnen mit ihren Geschichten und setzen sich mit der Rolle von Medien und Behörden auseinander. Inwiefern haben sie die Aufklärung der Morde und Anschläge behindert – und tun sie das vielleicht noch heute?

Wir freuen uns auf eure Teilnahme! Für den Workshop ist kein Vorwissen nötig.

Anmeldung unter: fernsicht@iz3w.org

Demo »Kein Schlussstrich« in Hamburg (Juli 2018) Foto: Rasande Tyskar

Internationaler Tag der Roma

Roma/Sinti-Diskriminierungsbericht für Freiburg

Präsentation mit dem Roma-Büro Freiburg
Donnerstag, 8. April, 15.00 Uhr

Vor- und zur Diskussion gestellt wird der dritte Roma/Sinti Diskriminierungsbericht für Freiburg und die Region. Themen darin sind u.a. wie sich die Pandemie auf die antirassistische Arbeit ausgewirkt hat, welche Fortschritte und Rückschritte es 2020 gab und warum das „weiße“ Freiburg“ die Fall-Sammlung von Betroffenen – selbstgeschriebene, gefühlte Tatsachen – weitestgehend ignoriert hat?
Die Veranstaltung findet auf der Terrasse des Haus Weingarten, Auggener Weg 73, statt und wird parallel im Internet gestreamt.

Live-Stream unter: https://amarodrom.de

Der 8. April wurde auf dem vierten Welt-Roma-Kongress im Jahr 1990 zum Internationalen Tag der Roma erklärt. Damit sollte an die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung mit dem ersten Welt-Roma-Kongress 1971 in London erinnert werden. Unter anderem wurde in London die Flagge und Hymne der Roma als Symbole der Bürgerrechtsbewegung angenommen.

Anti-asiatischer Rassismus: Formen, koloniale Kontinuitäten und Widerstände

Online-Workshop von Korientation e.V. mit Minh Anh Bùi und Akiko Rive
Freitag, 26. März, 17.00-19:30 Uhr

Im Workshop setzen sich die Teilnehmer*innen mit unterschiedlichen Formen von anti-asiatischem Rassismus auseinander und erfahren, welche rassistischen Bilder und Narrative im Kontext von COVID-19 aufgegriffen und reproduziert werden. Inwiefern haben diese Bilder einen kolonialhistorischen Hintergrund? Zudem wird besprochen was ‚asiatisch‘ überhaupt heißen soll und wie es in der medialen Berichterstattung dargestellt wird. Dabei soll im Blick behalten werden, dass es in Deutschland schon immer asiatische Menschen und Gruppen gab, die antikolonialen, feministischen und rassismuskritischen Widerstand gegen Unterdrückung geleistet haben.

Zu den Personen: Minh Anh Bùi ist politische Bildnerin mit Fokus auf rassismuskritischen Inhalten, studiert Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig und ist aktives Mitglied bei korientation e.V., einem Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven mit einem gesellschaftskritischen Blick auf Kultur, Medien und Politik.
Akiko Rive ist freie Bildungsreferent*in und arbeitet zu Rassismuskritik, Queerfeminismus, Intersektionalität, Empowerment und Powersharing und schließt derzeit den Master in Empowerment Studies (Gesellschaftspolitik) ab.

Aktuell keine freien Plätze mehr verfügbar.

Anmeldung unter: fernsicht@iz3w.org

„Freiburgerinnen mit Hintergrund“ (Deutschland, 2020)

Online-Screening mit anschließendem Gespräch mit den Protagonistinnen Nhu Mì (Tú Qùynh-nhu Nguyễn) und Iman Ouadria sowie FAIRburg e.V.
Sonntag, 21. März, 18.00-19.00 Uhr


Protagonistas: Iman, Nhu Mì, Sagal, Tuba
Filmidee & Interviews: Iman Ouadria
Kamera: Lara Moseler
Projektdurchführung: Jenny Warnecke
FAIRburg-Produktion 2020

Freiburgerinnen mit Hintergrund werden in einem Film von FAIRburg porträtiert. Die Gespräche moderiert Iman Ouadria mit den Frauen, die über ihr Leben in Freiburg, über Alltagsrassismus und über das Zuhause-Gefühl sprechen.

Anmeldung unter: info@fairburg.de

Filmpremiere am 7.10.2020 im Kommunalen Kino, Foto: Sévérine Kpoti