Veranstaltungen

Der Iran und die politische Bedeutung des schiitischen Islam

Vortrag von Ali Ma
Mittwoch, 27. November, 19.00 Uhr, Büro des ca ira-Verlages, Günterstalstr. 37

Der Islam ist immer wieder Gegenstand linker und öffentlicher Debatten. Spätestens seit dem Kampf gegen den IS sind Begriffe wie Islamischer Staat und Dschihad in der politischen Diskussion angekommen. Dabei wird meist vergessen, dass es schon seit über 40 Jahren einen islamischen Staat gibt, die sogenannte Islamische Republik Iran. Deren Ideologie ist aber nicht der Dschihad, sondern das Märtyrertum, die religiöse Grundlage des schiitischen Islam, die iranische Staatsreligion. Im Vortrag wird es um diese Ideologie des Märtyrertums gehen: Den theologisch-historischen Hintergrund und die jährlichen Aschura-Zeremonien und deren Bedeutung für die iranische Gesellschaft und Innenpolitik sowie die Auswirkungen auf die iranische Politik seit 1979 –  dem Iran-Irak Krieg, Feindschaft gegen Israel, Unterstützung von Terrororganisationen, Frauenunterdrückung und die Proteste 2022.

Ali Ma ist freiberuflich in der Jugend- und Erwachsenenbildung ist. Er bietet Argumentations- und Handlungstrainings gegen Rechts an sowie Schulworkshops zu den Themen Rassismus und Antisemitismus. Darüber hinaus hält er Vorträge zu Johannes Agnoli. Dazu gehört eine vierteilige Vortragsreihe zu den Themen: 1968, Subversive Theorie, marxistische Staatstheorie und Faschismusanalyse. Als persischer Muttersprachler hat er die Proteste 2022 mitverfolgt, die auch Teil des Vortrags sein werden.

Eine Veranstaltung des ISF – Initiative sozialistisches Forum

Palästina und seine Flüchtlinge

Online-Vortrag von Thomas van der Osten-Sacken
am Donnerstag, 7. November um 19.00 Uhr

Im Zentrum des israelisch-palästinensischen Konflikts steht weniger die Frage um künftige Staatsgrenzen, sondern ein von der UN mitverursachtes Flüchtlingsproblem. Denn die von den Vereinten Nationen 1949 als Nothilfsagentur ins Leben gerufene United Nations Relief and Work Agency (UNRWA) ist heute für knapp sechs Millionen sogenannter Flüchtlinge im Libanon, Syrien, Jordanien, der Westbank und dem Gazastreifen verantwortlich. Dies sind größtenteils die Nachkommen von den 750.000 Arabern, die 1948 während des Unabhängigkeitskrieges aus Israel geflohen sind. Ein vererbbarer Flüchtlingsstatus stellt weltweit eine Einmaligkeit dar, weshalb diese Flüchtlinge auch nicht unter das Mandat des UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR fallen.

Das von der UNRWA, arabischen Staaten und auch vielen Europäern geforderte Recht auf Rückkehr dieser Menschen nicht etwa in einen künftigen palästinensischen Staat, sondern nach Israel würde de facto das Ende des jüdischen Staates einläuten. Entsprechend betrachteten arabische Staaten und palästinensische Organisationen die Flüchtlingsfrage auch vor allem als Waffe im Kampf gegen Israel. Im Vortrag wird es über die Entstehung der UNRWA gehen, was palästinensische von anderen Flüchtlingen unterscheidet, warum es kein Recht auf Heimat oder Rückkehr gibt und wieso mit der UNRWA keine Lösung des Problems gefunden werden kann.

Thomas van der Osten-Sacken ist Mitbegründer und Geschäftsführer der seit über dreißig Jahren im Nahen Osten tätigen Hilfsorganisation Wadi e. V. und freier Autor, der in Buch- und Zeitungsartikeln über die Region berichtet.

Online über Zoom
https://us06web.zoom.us/j/88664348128?pwd=alZJWDZFalJlK2FGclBUMW9BdklGUT09

Eine Veranstaltung des ISF – Initiative sozialistisches Forum

Film: ≫Gadji Dilo – Geliebter Fremder≪

(Frankreich/Rumänien 1997 / Omu / 104 Min. / R. Tony Gatlif)

So, 31. März, 19.30 Uhr, Kommunales Kino, Urachstr. 40

Stéphane, ein französischer Musikwissenschaftler, fährt nach Rumänien auf der Suche nach einer geheimnisvollen Sängerin, deren Stimme sein Vater noch einmal hören wollte, bevor er starb. In einem kleinen Roma-Dorf freundet er sich mit dem alten Musiker Izidor an und trifft auf die schöne Sabina (Rona Hartner), die seine erste große Liebe wird. Gatlifs Roadmovie ist ein starkes Plädoyer für Toleranz.

Weiterer Termin: 3.4., 19.30 Uhr

Eine Veranstaltung des Kommunalen Kinos in Kooperation mit dem Verband deutscher Sinti und Roma – Landesverband Baden-Württemberg – Projekt ReFIT Freiburg

Film: ≫Zeit der Dunkelheit und des Schweigens≪

(D 1982 / OmU / 60 Min. / R. Nina Gladitz)

Mi, 27. März, 19.30 Uhr, Kommunales Kino, Urachstr. 40

Josef Reinhardt blickt auf das weite Feld. Der Bauer neben ihm schaut meist nach unten oder zur Seite, um dann zu murmeln: »Das weiß ich nicht mehr.« Hier stand von 1940 bis 1943 das Zwangslager Maxglan, von dem aus das NS-Regime viele der Insass*innen in Vernichtungslagern ermordete. Auch Josef Reinhardt war als Kind mit seiner Familie dort, wo man jetzt auf unschuldig grünes Land blickt. Nina Gladitz folgt ausgehend von seiner Lebensgeschichte der Produktionsgeschichte des Films »Tiefland«, den Leni Riefenstahl zwischen 1940 und 1944 drehte. Dafür benutzte sie Sinti und Roma, die im Zwangslager gefangen gehalten wurden und setzte sie als Kompars*innen ein. Gladitz geht der Frage nach, wie unwissend die Regisseurin tatsächlich gewesen sein konnte. Viel wichtiger noch: Sie verleiht den Sinti und Roma Stimmen und dadurch die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte neu zu fassen. Dieser Film beinhaltet diskriminierende Sprache.

Eine Veranstaltung des Kommunalen Kinos in Kooperation mit dem Verband deutscher Sinti und Roma – Landesverband Baden-Württemberg – Projekt ReFIT Freiburg

Radikalisierung auf der For-You-Page – Lebenswelt TikTok

Online-Workshop mit Theresa Lehmann (Amadeu-Antonio-Stiftung)

Mi, 27. März, 17.00 – 20.00 Uhr

Anmeldung: bildung@iz3w.org

Der Workshop bietet einen Einblick in die Kurzvideoplattform TikTok, ihre Funktionen, Logiken und die Lebenswelt der Gen-Z. Außerdem werden die Gefahrenpotentiale aber auch die Chancen der Wissensvermittlung durch die Videoplattform beleuchtet. Insbesondere seit der viralen Verbreitung von Antisemitismus nach dem 7. Oktober liegt das Augenmerk wieder auf TikTok. Junge Menschen sind konfrontiert mit Des- und Misinformationen, Propaganda und antisemitischen Codes. Wie kann man ihnen bei der Orientierung und Einordnung dieser Phänomene zur Seite stehen und intervenieren? Dieser Frage soll im praktischen Teil auf den Grund gegangen werden.

Eine Veranstaltung des Regionalen Demokratiezentrums Freiburg im iz3w und der Amadeu-Antonio-Stiftung

Radio: Our Voice

Mi, 27. März, 16.00 – 17.00 Uhr

Live auf 102.3 Mhz oder www.rdl.de

Die Geflüchteten-Redaktion von Radio Dreyeckland, Our Voice, berichtet über die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Freiburg und Umgebung. In unserer Sondersendung erzählt Ali Moosavi, wie schwierig es für Geflüchtete ist, eine Wohnung zu finden, Nadine teilt ihre Erfahrungen als alleinerziehende Mutter und Ali Majeed berichtet über die verschiedenen Veranstaltungen gegen Rassismus in der Stadt. Außerdem werden wir darüber sprechen, wie es uns, als geflüchtete Journalist*innen, ein Jahr nach der Hausdurchsuchung von Radio Dreyeckland geht.

Eine Veranstaltung von Our Voice

Workshop: (In)visible – Geflüchtet, Queer und Hier!

Mo, 25. März, 18.00 – 20.00 Uhr, Grethergelände, Adlerstr. 12

Die Lebensrealität von queeren Geflüchteten ist häufig von intersektionaler Diskriminierung und Unsichtbarkeit geprägt. Viele von ihnen haben Länder verlassen, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird. In den Unterbringungen in Deutschland sind sie jedoch weiterhin mit Diskriminierung konfrontiert. Neben dem Personal vor Ort spielen Migrationsberater*innen, Lehrpersonen der Integrationskurse, Ehrenamtliche und alle anderen Personen, die mit geflüchteten Menschen zusammenarbeiten und interagieren eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer sicheren und unterstützenden Umgebung. Die Rosa Hilfe möchte mit dieser Veranstaltung zu mehr Sichtbarkeit von queeren Geflüchteten beitragen.

Eine Veranstaltung der Rosa Hilfe Freiburg

Kinderkino: ≫Als Unku Edes Freundin war≪

(DDR 1981 / 72 Min. / R. Helmut Dziuba / empfohlen ab 8 Jahren)

So, 24. März, 15.30 Uhr, Kommunales Kino, Urachstr. 40

Berlin Ende der 1920er-Jahre. Der zwölfjährige Ede lebt mit der Schwester und dem arbeitslosen Vater im Elend. In dem älteren Max hat er einen Freund, der ihm erste Einblicke in soziale und politische Zusammenhänge gibt. Ede will Geld verdienen und arbeitet als Zeitungsjunge, aber ihm fehlt ein Fahrrad. Eines Tages lassen sich einige Sinti im Ort nieder. Ede freundet sich mit dem Mädchen Unku an. Er begegnet überall Vorurteilen, auch beim Vater. Als Unku Geld stiehlt, um ihm zu einem Fahrrad zu verhelfen, scheinen sich die Vorurteile zu bestätigen. Ede ist enttäuscht. Aber nach einer Verzweiflungstat des Vaters erkennt er, dass auch Unku ihm nur helfen wollte.

Übrigens Ede und Unku gab es wirklich! Nachzulesen im gleichnamigen Buch des Nachfahren Janko Lauenberger, in dem er die Geschichte, die mit dem Tod von Unku in Ausschwitz endet, weitererzählt.

Weiterer Termin: So, 31.3., 15.30 Uhr

Eine Veranstaltung des Kommunalen Kinos Freiburg