Internationale Wochen gegen Rassismus 2019 in Freiburg

Das Netzwerk für kritische Bildungsarbeit, respect!, lädt auch 2019 zu einem vielseitigen Programm aus Workshops, Filmen, Vorträgen, Stadtrundgängen, Lesungen und Aktionen ein. Der Schwerpunkt der diesjährigen „Wochen“ liegt auf den Themen Rechtspopulismus und Rechtsruck in der Gesellschaft. Neben einer Analyse der rechten Szene sowie rechten Parteien und Akteuren sollen auch Gegenstrategien vorgestellt und diskutiert werden, wie dem Vormarsch der Rechten entgegen getreten werden kann.


Den Online Fyler mit allen Veranstaltungen gibt es hier

Natascha Strobl aus Wien wird am 14. März in einem Vortrag die „Identitäre Bewegung“ vorstellen. Andreas Hässler von mobirex – der mobilen Beratung gegen Rechts gibt am 16. März einen Überblick über die rechte Szene in Deutschland. In einem Workshop über „Echokammern und Filterblasen“ am 22. März widmet sich Simone Raffael von der Amadeu-Antonio-Stiftung aus Berlin der rechten Vernetzung in Sozialen Medien. Die internationale Perspektive nimmt Jan Erler von der Kooperation Brasilien am 20. März ein. Er wird sich in seinem Vortrag mit Brasilien unter dem neuen, rechtsextremistischen Präsidenten Jair Bolsonaro auseinander setzen.

Neben zahlreichen Informationsveranstaltungen wird auch ein buntes Kulturprogramm aus Lesungen, Filmen und Schultheater geboten. Eines von vielen Highlights ist dabei die Lesung „Eure Heimat ist unser Albtraum“ mit den beiden Autorinnen Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah am 15. März im White Rabbit.

Den Abschluss der Reihe am 30. März bildet ein Vortrag in Kombination mit einer Videoperformance von Arne Vogelgesang aus Berlin mit dem Titel „Erwachen zum großen Schlafkrieg – Über rechte Mobilisierung im Netzzeitalter“ im White Rabbit. Im Anschluss wird es Livemusik und Beats von DJs und Djanes bis in die Morgenstunden geben.



Programm der Wochen gegen Rassismus 2019 in Freiburg

Do, 14. März, 19.30 Uhr im Kommunalen Kino, Urachstr. 40
FILM: „Wie im falschen Film – Geschichten aus dem Fußball“
D 2015 / Regie: Timian Hopf / 45 Min.

„Wie im falschen Film“ hat sich Otto Addo in den 1990er Jahren gefühlt, als er seine ersten Erfahrungen mit Rassismus auf dem Fußballfeld machte. Und auch heute ist Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung noch Alltag in Deutschland – im Stadion wie andernorts. Die Europameisterin Anja Mittag (Paris St. Germain), Alexander Dolderer vom schwulen Münchener Fußballteam „Streetboys“ sowie Ex-Bundesligaprofi Otto Addo  stehen im Mittelpunkt des Films und erzählen von ihren Erfahrungen. Drei Menschen, die für den Fußball leben und nicht immer den Respekt bekommen, den sie verdienen.


Do, 14. März, 20.00 Uhr c.t. an der Universität Freiburg, ACHTUNG geänderter Hörsaal: HS 1231
VORTRAG: „Die Identitäre Bewegung“ von Natascha Strobl

Die Identitären treten seit 2012 öffentlich auf und sind schnell in die mediale Öffentlichkeit gerückt. Sie sind Teil einer neuen, jüngeren Generation der Neuen Rechten und nehmen eine aktionistische Rolle ein. Ihr „hippes“ Auftreten sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass sie gewalttätig und gefährlich sind und zum Teil tief in neonazistische Kreise vernetzt sind. Der Vortrag beleuchtet die Entstehung und die Spezifika sowie die Referenzpunkte dieses neuen Phänomens des Rechtsextremismus. Natascha Strobl lebt in Wien und ist u.a. Mitautorin von „Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa“ (Unrast, 2017).

Fr, 15. März, 19.30 Uhr im White Rabbit, Leopoldring 1
LESUNG: „Eure Heimat ist unser Albtraum“ mit Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah

Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammelten die beiden Autor*innen Hengameh Yaghoobifarah und Fatma Aydemir in einem Buch schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft. In persönlichen Essays geben die AutorInnen Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: Einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitbürger*innen als „anders“ markiert, kaum schützt oder gar wertschätzt. Gemeinsam mit den Autor*innen und Gerhard Tschöpe vom „Netzwerk für Gleichbehandlung“ werden in der Lesung und im anschließenden Gespräch Rassismus in den Institutionen und im Alltag in den Blick genommen.

Eine Veranstaltung der Reihe bauschen & biegen von samt & sonders – Initiative für soziokulturelle Abenteuer

Fr, 15. März bis So, 17. März auf dem Grether-Gelände, Adlerstr. 12
TAGUNG: „Geschlechter-Verhältnisse“

Wie kann man die Verschränkungen von Sexismus und Rassismus theoretisch fassen? Warum kritisieren viele das Konzept Critical Whiteness? Was bedeutet kritische Männlichkeit? Das sind nur einige der Fragen, um die es bei der feministischen Theorie-Tagung geht, welche die Diskussion um das Thema »Geschlechterverhältnisse« vertiefen will. Mit Vorträgen, Lesungen und Workshops von Tara Falsafi, Christa Klein, Marc Brandt, Gisela Notz, outside the box und vielen mehr.

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung bis zum 9.3.2019 unter
https://geschlechter-verhaeltnisse.jimdofree.com
Organisiert von der realitätenwerkstatt, Anarchistische Gruppe,
Gegenmaßnahme und La Banda Vaga.

Sa, 16. März, von 10.00-17.00 Uhr in der pro familia, Basler Str. 61
WORKSHOP: Argumentationstraining gegen sexistische und
rassistische Sprüche

Das Netzwerkprojekt „Elele ileriye“ und das „Netzwerk für Gleichbehandlung“ der pro familia Freiburg laden zum Zivilcourage-Workshop ein. Fremdenfeindlichkeit und Sexismus scheinen wieder salonfähig zu sein. Im Alltag erleben wir immer wieder Situationen, in denen verletzende Worte fallen und in uns Zorn und Ohnmachtsgefühle hochsteigen. Gute Argumente und passende Reaktionen fallen einem erst im Nachhinein ein. Das Argumentationstraining fördert Zivilcourage und engagiertes Handeln im Alltag. Wir setzen uns mit den eigenen Motiven auseinander, die uns dazu bewegen, zu intervenieren und Contra zu geben.

Unkostenbeitrag: 5 Euro, Anmeldungen an: anna.stamm@profamilia.de

Sa, 16. März, von 11.00-18.00 Uhr in der Freiburger Altstadt
ERZÄHLKUNSTFESTIVAL: Weltgeschichtentag

Am Weltgeschichtentag werden überall auf der ganzen Welt Geschichten erzählt – in Freiburg sogar in mehreren Sprachen. In den kleinen Läden der Innenstadt findet ihr Erzähler*innen und könnt Geschichten lauschen. Auf der Straße nehmen euch Fabelwesen mit auf die Reise und erzählen ohne Worte, mit Tanz, mit Masken und sogar mit Hilfe eines Drachen. Für alle von klein bis groß, jung bis alt, arm bis reich ­­– der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung von Ars Narrandi und Ideenhochdrei

Sa, 16. März, 19.00 Uhr, im Grünhof (Baumraum), Belfortstr. 52
VORTRAG: „Die gar nicht so ‚Neue Rechte’“ mit Andreas Hässler von mobirex – Mobile Beratung gegen Rechts / LAGO e.V.

Während das neonazistische Spektrum etwa um die NPD in den letzten Jahren kaum vom öffentlichen Rechtsruck profitieren konnte, gewinnt die sogenannte „Neue Rechte“ an Bedeutung. Zu ihrer Strategie gehört die Abgrenzung vom Nationalsozialismus, um extrem rechte Inhalte in der Gesellschaft wieder hoffähig zu machen. Wofür steht diese Strömung der extremen Rechten? Welche Strategien verfolgt sie? Und was kann die demokratische Gesellschaft dem „Angriff der Antidemokraten“ entgegensetzen?

Mo, 18. März, 20.00 Uhr im Humboldtsaal, Humboldtr. 2
PODIUMSDISKUSSION: „Empört Euch! Engagiert Euch!“ u.a. mit Peter Ohlendorf

Es wird Zeit, dass in Freiburg sichtbar Haltung bezogen wird gegen die immer stärker werdenden Tendenzen von Rassismus, Renationalisierung und EU-Feindlichkeit. Anknüpfend an die engagierten Zeiten in den 1980er Jahren, in denen Freiburg Standards gesetzt hat im Widerstand gegen Immobilienspekulation und Atomkraft, soll an diesem Abend konkret über ein deutlich wahrnehmbares zivilgesellschaftliches Eintreten für eine demokratische und weltoffene Zukunft nachgedacht werden.

Anmeldung per Mail unter:
reservierung@interkulturelles-theater.de

Eine Veranstaltung des Interkulturellen Theaters, der Theatergruppe „Xenophobia“ und der Filminitiative GEMEINSAM.

Di, 19. März, von 14.00-18.00 Uhr im ABC (Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche), Maienstr. 2
KREATIVWORKSHOP: „Platz für Asyl in Europa!“

Im Rahmen der Kampagne „Platz für Asyl in Europa“ anlässlich der Europawahl gestalten wir Stühle – kreativ, politisch, witzig! Diese „Asylstühle“ werden am 15. Mai Teil einer Installation im Stuttgarter öffentlichen Raum sein. Setz mit uns ein Zeichen für ein starkes Asylrecht! (Material ist vorhanden, Arbeitskittel o.ä. bitte mitbringen).

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung unter: asylforum@diakonie-freiburg.de
www.kurzlink.de/asylstuhl

Di, 19. März, 19.00 Uhr im Roma Büro, Ensisheimer Str. 20
PRÄSENTATION: Diskriminierung von Sinti und Roma in und um Freiburg 2018

Ein Jahr lang haben wir – eine Gruppe von Sinti und Roma – Vorfälle und Erfahrungen von Diskriminierung und Rassismus gesammelt, besprochen und versucht zu verarbeiten. Abstrakte körperlose und weiße Begriffsakrobatik interessiert uns allerdings nicht, für uns ist das Entscheidende: Wie wir trotz erheblichen Drucks den eigenen Weg finden und gehen können. Auf dieser Veranstaltung stellen wir unsere erste Studie dazu vor.

Mi, 20. März, 19.00 Uhr im Jos Fritz Café, Wilhelmstr. 15/1
VORTRAG: „Im Visier des ‚Finger-Revolvers‘ – Brasilien unter dem Faschisten Bolsonaro“ mit Jan Erler von KoBra – Kooperation Brasilien

In Brasilien wurde mit Jair Bolsonaro ein Rechtsextremer zum Staatspräsidenten gewählt. Das größte Land Lateinamerikas wird nun von einem Mann regiert, der Folter öffentlich befürwortet, gegen Minderheiten hetzt, Frauen beleidigt und dazu aufruft, politische Gegner*innen zu „erschießen“. Bereits während der Wahlen herrschte ein Klima der Bedrohung und Einschüchterung: Hunderte Gewalttaten wurden von Anhänger*innen Bolsonaros gegen Aktivist*innen der Arbeiterpartei PT, LGBTIQ+ und Indigene begangen.Wie konnte es soweit kommen? Was bedeutet Bolsonaros Regierung für Brasilien, insbesondere für Initiativen, die sich für die Rechte von Frauen und Minderheiten einsetzen?

Mi, 20. März, 10.00 Uhr im Kommunalen Kino, Urachstr. 40
SCHULKINO: „I Am Not Your Negro“ 
USA 2016 / Regie: Raoul Peck / 95 Min

Als sein Weißer Freund Vivaldo in Manhattans Central Park mit einem Mädchen flirtet, beobachtet Rufus die Passant*innen, die das Geplänkel mit einem toleranten Lächeln quittieren. Dann fragt sich Rufus, ob für ihn und Leona dasselbe Verhalten in aller Öffentlichkeit jemals möglich wäre. Leona ist Weiß. Rufus ist Schwarz. Ihre Geschichte wird in James Baldwins Roman Another Country (1962) erzählt und spielt in den 1950er Jahren. „I Am Not Your Negro“ von Raoul Peck bringt uns James Baldwin näher – und mit ihm drei andere große Zeitgenossen: Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King. Sie alle sind Ikonen der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und Opfer rassistisch motivierter Attentate.

Schulfilmvorführung mit kurzer Einführung und anschließender Diskussion, veranstaltet von Here and Black und dem Kommunalen Kino.

Do, 21. März, 16.00-18.00 Uhr, Treffpunkt Rempartstraße vor dem KG I
STADTRUNDGANG: Freiburg im Nationalsozialismus

Der NS-Propaganda gelang es, Antisemitismus, Sozialisten- und Kommunistenhatz, Hetze gegen Sinti und Roma und vieles mehr zu forcieren. Die jüdischen EinwohnerInnen Freiburgs wurden aus dem gesellschaftlichen Leben verdrängt und deportiert. Im Einwohnermelderegister steht hinter der Jahreszahl 1942 die Zahl 0. Beim Rundgang wird der schrittweise Aufstieg der NSDAP seit 1933 in Freiburg aufgezeigt.

Do, 21. März, 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek, Münsterplatz 17
LESUNG: „Hier draußen an der Grenze“ mit Tobias Müller

Spätestens seit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ von 2015 ist die europäische Migrationspolitik in aller Munde. Inzwischen sorgt sie an den Außen­-, aber auch an den internen Grenzen für erbärmliche Zustände. Was manche Politiker*innen als „Asyltourismus“ denunzieren, bedeutet für jene, die aus triftigen Gründen in Europa ein neues Leben beginnen wollen, Erniedrigung und Gewalt, Entbehrung und immer wieder Gefahr für Leib und Leben. Tobias Müllers Reportagen beschreiben die Auswirkungen einer Migrationspolitik, die vor allem repressive Elendsverwaltung betreibt.
Eine Veranstaltung von Aktion Bleiberecht.

Sa, 23.03. + So, 24.03., 10.00-18.00 Uhr im Familienzentrum Klara, Büggenreuterstr. 12, 2. OG
WORKSHOP: „Adultismus und kritisches Erwachsenensein“ mit ManuEla Ritz

Was bedeutet es, als Erwachsene*r zu einer gesellschaftlich normierten und privilegierten Personengruppe zu gehören? Wie können zwischen jungen und erwachsenen Menschen Regeln fair und verantwortungsbewusst aufgestellt, verhandelt und gelebt werden? Antworten auf diese Fragen bietet die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Erwachsensein. Neben einer Einführung in das Thema Adultismus werden gemeinsam praktische Handlungsoptionen gefunden, die Machtspiele zwischen jungen und nicht mehr ganz jungen Menschen aushebeln können. Die Trainerin ManuEla Ritz arbeitet intersektional und bezieht andere Diskriminierungsformen wie insbesondere Rassismus in ihren Workshop mit ein.

Teilnahmebeitrag 50 €, es wird eine Kinderbetreuung geben.
Anmeldung: kidayofreiburg@gmail.com
Eine Veranstaltung von Kidayo – geschützter Raum für Schwarze/afrodeutsche Kinder mit ihren Familien.

Fr, 22. März, von 14.00-17.00 Uhr in der Volkshochschule, Colombi Eck, Friedrichstr. 52, R117
WORKSHOP: „Echokammern und Filterblasen – Rechte Vernetzung über Social Media“ mit Simone Rafael, Redakteurin von Belltower.News / Amadeu-Antonio-Stiftung

Die rechte Sphäre nutzt Soziale Netzwerke intensiv und erfolgreich. Die AfD baut eigene Desinformationskanäle auf, die „Identitären“ präsentieren sich auf YouTube wie private Freunde und die Provokationsspirale auf Twitter dreht sich täglich schneller. Die demokratische Gesellschaft betrachtet das staunend, auch wenn es kein Zauberwerk ist. Wir wollen uns im Workshop ansehen: Welche Strategien wenden die Rechten an? Warum gelingt es ihnen, zumindest partiell Diskurshoheiten zu erlangen? Und was kann die demokratische Gesellschaft dem entgegen setzen?

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung unter: bildung@iz3w.org

Sa, 23. März, 14.00-17.00 Uhr im Büro für grenzenlose Solidarität, Grether-Gelände, Adlerst. 12
WORKSHOP: „Rassismus im Wandel – Antirassismus in der Krise
mit Felix Riedel

Rassismus hat den Untergang der Rassentheorie überlebt: als Abschottungsregime, als Bilderwelt und als organisierter Extremismus. Der staatlich organisierte, bürokratische Bekenntnis-Antirassismus aus Critical-Whiteness-Seminaren und Blue-Eyed-Workshops kann dagegen nichts ausrichten, weil er die Verwandtschaft von Antirassismus und Klassenkampf nicht anerkennen kann und die Dynamik von rassistischer Stereotypie unterschätzt. Der Workshop führt an Bildbeispielen in die Geschichte und Theorie des Rassismus ein, und soll wirksamen Antirassismus von reaktionärer Kritik unterscheiden.

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung an: bildung@iz3w.org

So, 24. März, 15.30 Uhr im Kommunalen Kino, Urachstr. 40
KINDERKINO: „Lola auf der Erbse“
Deutschland 2014 / Regie: Thomas Heinemann / 90 Min.

Eigentlich könnte Lolas Welt in Ordnung sein, denn zusammen mit ihrer Mutter lebt es sich auf dem alten Hausboot „Erbse“ ziemlich gut. Doch seitdem ihr Vater sich vor zwei Jahren in Luft aufgelöst hat, gibt es ständig Ärger und auch in der Schule ist Lola eine Außenseiterin geworden. Zu allem Überfluss schleppt ihre Mutter auch noch einen neuen Freund an: Kurt ist für Lola ein Schleimer und kann ihren Vater auf keinen Fall ersetzen. Als sie sich mit dem neuen Mitschüler Rebin anfreundet, scheint sich das Blatt zu wenden. Doch Rebin hat ein dunkles Geheimnis, bei dem ausgerechnet Kurt als Einziger helfen kann.
weiterer Termin: So, 31. März, 15.30 Uhr

Di, 26. März, 18.00 Uhr an der Karoline Kaspar-Schule, Paula-Moderson-Platz 1
SCHULTHEATER: „Der Bus von Rosa Parks“
1955 weigerte sich Rosa Parks, in einem Bus in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama aufzustehen, um einem weißen Mann Platz zu machen. Damit wurde die einfache Schneiderin zur Vorkämpferin der Rechte von Schwarzen. Die Theater-AG der Karoline-Kaspar-Grundschule zeigt diese Geschichte als Theaterstück. Alle sind herzlich eingeladen!

Eine Veranstaltung der Feministischen Geschichtswerkstatt.

Di, 26. März, 19.00 Uhr in der Galerie des Kommunalen Kinos, Urachstr. 40
LESUNG: „Die Suchenden“ mit Rodrigue Péguy Takou Ndie von Afrique-Europe-Interact

Vor ihm Ungewissheit, hinter ihm Leiden, in ihm Verzweiflung. Ein Zurück gibt es für den Suchenden nicht, denn „wer als Verlierer zurückkehrt, legt sich eine Kreuzotter um den Hals“. „Die Suchenden“ von Rodrigue Péguy Takou Ndie ist ein schonungsloser Roman. Die scharfe Analyse der traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus geht einher mit einer bildreichen Sprache und einem wunderbaren Sinn fürs Absurde.

Mi, 27. März, 16.00-17.00 Uhr auf Radio Dreyeckland, 102,3 MgHZ
LIVE-SENDUNG: Our Voice

In der Sondersendung von Our Voice, der Redaktion geflüchteter Journalist*innen bei Radio Dreyeckland, stehen persönliche Erfahrungen von Geflüchteten mit Rassismus und Ausgrenzung in Freiburg und überall in Deutschland im Mittelpunkt. Außerdem wird es einen Rückblick auf ausgewählte Veranstaltungen der Wochen gegen Rassismus geben.

Do, 28. März, 19.00 Uhr in der Galerie des Kommunalen Kinos, Urachstr. 40
VORTRAG: „Die braune Saat – Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus in der DDR und die Auswirkungen auf das vereinte Deutschland“ von Harry Waibel


Von den 1970er Jahren bis zum Ende der DDR gab es viel mehr rechtsextreme, rassistische und antisemitische Propaganda- und Gewalttaten als bislang bekannt. Dieses Bild stimmt so gar nicht mit dem offiziellen Selbstverständnis von damals überein. Nach Lesart der Führung bauten DDR-Bürger*innen, ausländische Vertragsarbeiter*innen und Studierende im Geiste des proletarischen Internationalismus gemeinsam den Sozialismus auf. Jahrelang hat der Historiker Harry Waibel tausende Stasi-Akten zu den Vorfällen ausgewertet und stieß dabei auf hunderte Vorfälle mit ausländerfeindlichen Motiven, die tausende Verletzte und sogar Todesopfer forderten.

Do, 28. März, ACHTUNG: findet schon um 9.30 Uhr im Kommunalen Kino, Urachstr. 40, statt
FILM: „Wildes Herz“
D 2018 / Regie: Charly Hübner, Sebastian Schultz / 90 Min

Der Dokumentarfilm begleitet die Band Feine Sahne Fischfilet auf ihrer Tour zu ihrem Album „Bleiben oder gehen“ – ein programmatischer Titel im Angesicht mangelnder Zukunftsperspektiven und bröckelnden zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts in strukturarmen Regionen. Mit der Tour durch Mecklenburg-Vorpommern will die Band im Vorfeld der Landtagswahlen Zusammenhalt gegen Rechtsextremismus und Rassismus stärken. Der Film zeigt dabei die Bedeutung von zivilem Engagement jenseits urbaner,  subkultureller Schutzräume.

Mit Einführung und Filmgespräch im Rahmen der Schulkinowoche Baden-Württemberg, empfohlen ab 14 Jahren, Anmeldung an: johanna.metzler@koki-freiburg.de

Sa, 30. März, 21.00 Uhr im White Rabbit, Leopoldring 1

INPUT & PERFORMANCE: „Erwachen zum großen Schlafkrieg. Über rechte Mobilisierung im Netzzeitalter“ von Arne Vogelgesang

Der performative Vortrag von Arne Vogelgesang geht mittels Beispielen und Nachspielen auf eine Reise durch die jüngere Geschichte rechter Medienstrategien – von der strategischen Wortergreifung bis zur Schaffung „alternativer“ Mediennetzwerke, vom Fackelmarsch bis zumultimedialen Werbekampagnen, von der politischen Egomaschine des Vlogs bis in den post-ironischen Faschismus einer neuen rechten Trollfront. Bonustrack: Warum Reaktionäre trotz allem schlechte Karten haben.

im Anschluss:

Sa, 30. März, ab 23.00 Uhr im White Rabbit, Leopoldring 1

KONZERT & ABSCHLUSSPARTY DER WOCHEN GEGEN RASSISMUS

Feiert mit uns die große Abschlussparty der Wochen! Es gibt Live-Musik, nicht nur von einer*m Musiker*in, sondern einem ganzen Orchester!
Im Heim und Flucht Orchester spielen Menschen aus der ganzen Welt zusammen und bieten eine explosive Mischung aus Balkan-Beats, Percussion-Rhythmen und Streicher-Sound. Im Anschluss liefern die besten DJs und DJanes der Dreisamregion elektronische Clubmusik bis in die frühen Morgenstunden.
Die Eintrittsgelder zwischen 5 – 10 Euro kommen dem Rasthaus zugute.

Antisemitismuskritische Bildungsarbeit

Wie können wir Antisemitismus in der (Bildungs-)Arbeit mit unterschiedlichen Jugendgruppen
thematisieren und ihm entgegenwirken?

Die Fortbildungen der Israelitischen Gemeinde Freiburg und des Netzwerks respect! am 22. und 23. November 2018 bieten mit einem Fachvortrag und verschiedenen Workshops die Gelegenheit, Definitionen und Methoden kennen zu lernen und im gemeinsamen Austausch zu diskutieren.

Das ausführliche Programm gibt es hier Fortbildungen Antisemitismus

 

 

Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Anmeldungen für Donnerstag, 22. November unter: info@jg-fr.de

Anmeldungen für Freitag, 23. November unter: https://fritz.freiburg.de/web/ami/antisemitismus

 

 

 

 

 

 

Rückblick Wochen gegen Rassismus 2018

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus fanden in Freiburg vom 7. bis zum 24. März 2018 statt – mit vielen spannenden und gut besuchten Veranstaltungen. Hier gibt es eine kleine Übersicht mit Presseberichten und Fotogalerie …

 

Berichte auf Radio Dreyeckland

Presseberichte in der Badischen Zeitung:

„Wir gegen sie“: Ein Gespräch über Rechtsrock mit Michael Weiß

„In der Grauzone“ – Bericht über den Vortrag von Michael Weiß

Wie leben Sinti und Roma heute in Freiburg? Bericht über das Roma-Büro

„Wir haben eine Veranwortung“ – Interview mit Volker Finke über „Ein Morgen vor Lampedusa“

Aktionstag gegen Rassismus

 

Wochen gegen Rassismus im Freiburger Stadtbild

Stadtführung INOrte mit RedaktuerInnen der IN Zeitung

 

 

 

„Neuer Autoritarismus“ mit iz3w-Redakteur Winni Rust

 

 

 

 

 

 

 

Hoch die Internationale …

 

 

Aktionstag gegen Rassismus

 

Musik von Terricafo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchhandlung Jos Fritz

 

 

 

Stadtführung Freiburg in der NS Zeit

 

 

 

 

 

Simon Waldenspuhl und Jutta Ditfurth

 

 

volles Haus beim Vortrag von Jutta Ditfurth

 

 

 

 

 

 

 

Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“

 

Ein Morgen vor Lampedusa

 

 

 

 

 

 

 

Lesung „Pass-Passagen“

 

Vortrag und Diskussion „Solidarity City“

 

 

 

 

 

 

Abschlussparty mit Konzert

 

Internationale Wochen gegen Rassismus 7. – 24. März 2018 in Freiburg

 

Die Vereinten Nationen erklärten 1966 den 21. März zum Welttag gegen Rassismus. Damit sollte an das „Massaker von Sharpville“ im Jahr 1960 in Südafrika erinnert werden: Auf einer friedlichen Demonstration gegen die rassistischen Passgesetze wurden 69 Menschen von der Polizei erschossen. Weltweit finden jedes Jahr um den 21. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Das Netzwerk „respect!“ organisiert 2018 im Rahmen der „Wochen“ zum fünften Mal eine Veranstaltungsreihe mit Fort- und Weiterbildungsangeboten, mit spannenden Vorträgen, Stadtrundgängen, Filmen und Aktionen.

Wegen des umstrittenen Auftritts der Band „Frei.Wild“ im April in Freiburg, liegt ein Schwerpunkt der Reihe auf dem Thema Rechtsrock. So zeigt das Kommunale Kino am 9. März den Film „Deutsche Popzustände“ über die Entwicklung nationalistischer Musik seit den 1970er Jahren. Der Journalist Michael Weiß wird am 13. März einen Vortrag über „Rechtsrock und Grauzonenbands“ halten, nach dem im Anschluss gemeinsam mit dem Publikum über Handlungsstrategien diskutiert werden soll.

Mit der Publizistin Jutta Ditfurth spricht eine bundesweit bekannte Expertin zum Thema „Antisemitismus und (neue) Rechte“ am 23. März im Stadttheater. Am selben Tag findet auch ein Workshop über „Antisemitismus in der Jugendarbeit“ von der Amadeu-Antonio-Stiftung statt, der sich gezielt an Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiter*innen richtet. Den krönenden Abschluss der „Wochen“ bildet eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 24. März von Aktion Bleiberecht, die sich der Frage widmet, wie das Konzept einer solidarischen Stadt – Solidarity City – in Freiburg umgesetzt werden kann. Danach legen verschiedene DJs im Freizeichen für eine Solidarity Party auf.

 

Hier gehts zum Programm

Hier gehts zum Flyer (PDF)

 

Workshop: Spuren des Kolonialismus

Workshop: Vergangen und doch gegenwärtig – Spuren des Kolonialismus

… so lautet ein neuer Projekttag bei fernsicht. Am Freitag, den 08. Juli von 14 bis 18 Uhr stellen wir den Projekttag vor und diskutieren die Module in Kleingruppen gemeinsam. Ziel des Mini-Workshops ist es, die Methoden des Projekttages zu vermitteln. Der Workshop richtet sich an TeamerInnen und in der politischen Bildung aktive Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten und einen Blick auf die heutige Relevanz von kolonialer Vergangenheitsbewältigung werfen möchten.
Ort: iz3w, Kronenstraße 16 A / Hinterhaus
mit: Anna Laiß und Martina Backes
Die Teilnahme ist kostenlos
Um Anmeldung per Mail an bildung@iz3w.org wird gebeten
Die didaktische Anleitung zu den Modulen des Projekttages sind auf der Homepage von fernsicht als pdf verfügbar:
Infos zum Projekttag:
Das offizielle Ende des deutschen Kolonialreichs ist bald einhundertjährige Vergangenheit. Welchen Erkenntnisgewinn verspricht eine Sichtweise, die Deutschland heute als postkoloniale Gesellschaft betrachtet? Was lernen wir aus der Geschichte? Über die hiesige Gesellschaft und über den Globalen Süden? Was können Menschen heute aus den anti-kolonialen Stimmen von damals erfahren? Wie kann in der Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte eine starre Sicht auf Täter-Opfer-Kategorien verhindert werden? Was kann aus historischen Situationen für die aktuellen und konfliktiven Aushandlungsprozesse in der heutigen Gesellschaft gelernt werden?

fernsicht – die süd-nord-politische Bildungswerkstatt im iz3w – betrachtet Deutschland als eine postkoloniale Gesellschaft. Als Bildungswerkstatt mit einer rassismuskritischen und auf Menschenrechten basierenden Bildungsarbeit sehen wir die kontroverse Auseinandersetzung mit Kolonialismus daher als Notwendigkeit an.

Zugleich birgt diese aktive Beschäftigung mit historischen kolonialen wie auch zeitgenössischen postkolonialen Strukturen und Wissensformen ein Potenzial, das wir unbedingt nutzen wollen: Sie erlaubt, auch mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerade in Zeiten der Zuwanderung und sich manifestierender menschenfeindlicher Stimmungen und reaktionärer Tendenzen eine Orientierung im Sinne solidarischen Handelns zu erarbeiten.

Internationale Wochen gegen Rassismus vom 29. Februar – 22. März 2016 in Freiburg

respect!, das Netzwerk für kritische Bildungsarbeit, lädt zusammen mit zahlreichen KooperationspartnerInnen dazu ein, die Internationalen Wochen gegen Rassismus mit Vorträgen, Workshops, Theateraufführungen, Hörbar, Filmvorführungen, Lesungen sowie Stadtrundgängen in Freiburg zu zelebrieren.

Die vielfältigen Veranstaltungen vom 29. Februar bis 22. März 2016 behandeln unter anderem die Freiburger Kolonialgeschichte, bieten einen Undercover-Einblick in die aktuelle Naziszene, zeigen die Odyssee Geflüchteter im Kontext deutscher Abschiebepolitik auf und bieten Gelegenheit, sich in Workshops mit den eigenen Vorurteilen auseinander zu setzen.

Das gesamte Programm findet ihr hier sowie im Veranstaltungsflyer.

1966 hatten die Vereinten Nationen den 21. März zum Welttag gegen Rassismus erklärt. Er erinnert an das „Massaker von Sharpville“ in Südafrika: Bei einer friedlichen Demonstration am 21. März 1960 starben 69 Menschen der schwarzen Opposition durch die Gewehre und Gewalt der Polizei.